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IG.G-Interview: Martin Wabnegger
Mittwoch, 8. April 2009


"Mehr verkauft als vorgesehen"

Die aktuelle Husaberg FE 450 ist schon so gut wie ausverkauft und auch in der WM wurde bereits abgesahnt. IG.G-Frontmann "der Wetz" hat Mag. Martin Wabnegger, Marketingchef von Husaberg International, zum Interview gebeten - über Gegenwart und Zukunft, Verkaufserfolge und den Spirit der österreichisch/schwedischen Motorradmarke.

Frage: Die Revolution frisst ihre Kinder – das trifft bei Husaberg ganz und gar nicht zu. Man hört, die revolutionäre 450er ist weggegangen wie die warmen Semmeln und ist nur noch schwer zu bekommen?

Wabe: Stimmt, der Verkauf im Herbst ist gut gelaufen, obwohl wir mit der Markteinführung etwas später dran waren als zum Beispiel KTM. Außerdem ist die Nachfrage der Händler und Importeure erfreulicherweise weiterhin sehr stark. Vor allem nach der FE 450, wo wir leider bereits nicht mehr alle Bestellungen erfüllen können.

Frage: Also keine Spur von Wirtschaftskrise bei Husaberg? Stehen nur die Österreicher auf diese innovationsgeladene Offroadsensation oder geht es in anderen Ländern ähnlich rund?

Wabe: Glücklicherweise scheinen wir die Stückzahlen ziemlich realistisch eingeschätzt zu haben. Und besonders bei diesem neuen Konzept scheint der innovative Ansatz den Effekt der Wirtschaftskrise mehr als kompensieren zu können. Die Nachfrage ist in allen Märkten, die wir beliefern, sehr stark, wobei die prozentuelle Steigerung gegenüber dem Vorjahr in Österreich, Deutschland und dem Geburtsland der Marke, Schweden, am stärksten ist.

Martin Wabnegger: Froh, am Erfolgskonzept mitarbeiten zu können. 

Frage: Auf welches Händlernetz kannst du zurückgreifen? Ist das Familienarbeit, ist also jeder KTM-Händler automatisch Husaberg-Händler?

Wabe: Nein, grundsätzlich gibt es ja ein bestehendes Husaberg-Händlernetz. Natürlich soll dieses in Zukunft ausgebaut werden. Wo es sich anbietet, werden auch KTM-Händler die Betreuung der Husaberg-Kunden übernehmen. So wie es z.B. in Österreich bei Braumandl (Wels), Hauthaler (Salzburg) und seit kurzem auch bei Schruf (Niederösterreich) der Fall ist. Grundsätzlich geht es aber immer darum, die bestmögliche Betreuung der Husaberg Kunden zu gewährleisten.

Frage: Wie groß war die Husaberg-Produktion für das Jahr 2009 insgesamt? Und wie viele davon wurden in Österreich verkauft?

Wabe: Knapp 3.500 Stück. Für Österreich waren knapp 80 Motorräder geplant. Allerdings haben wir in Österreich bereits mehr FE 450 verkauft, als ursprünglich vorgesehen.

Frage: Was sind derzeit deine wichtigsten Absatzmärkte und wo siehst du Zukunftspotenzial? Was nehmt ihr euch mittel- und längerfristig vor?

Wabe: Die wichtigsten Märkte sind im Moment die USA und Australien. In Europa sind es Deutschland und Schweden. Potenzial sehe ich trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation in Spanien, da wir dort im Herbst den Vertrieb restrukturiert haben, sowie in Frankreich und Italien. Natürlich sind im momentanen Umfeld Planungen relativ schwierig, aber in zwei bis drei Jahren hoffen wir doch, uns jenseits der 5.000 Stück zu bewegen.

Frage: Gibt es neben dem Verkaufserfolg in Österreich etwas, was dich besonders stolz macht?

Wabe: Stolz ist vielleicht das falsche Wort, aber ich bin froh, dass ich die Möglichkeit erhalten habe, an diesem Erfolgskonzept mitzuarbeiten. Husaberg ist sehr familiär, da alle nur zwei Dinge im Kopf haben: die perfekte Enduro zu bauen und damit Rennen zu gewinnen. Aus dieser Leidenschaft ist ein revolutionäres Motorrad entstanden, das Fahrern jedes Levels zusätzlichen Spaß am Endurofahren vermitteln kann. Darauf kann man, glaube ich, auch ein wenig stolz sein.

Frage: Husaberg lässt es auch in der Profiklasse der Austrian Cross Country Championship schwer rocken. Erich Brandauer mit der gigantischen 570er, Niki Stelzmüller auf der 450er. Beiden sind durchaus ernsthaft Spitzenplätze zuzutrauen. Deine Erwartungen?

Wabe: Für Husaberg ist der Motorsport das wichtigste Marketinginstrument. Husaberg wurde von Rennsport-infizierten Leuten gegründet und hat immer reine Rennmotorräder entwickelt. Erich hat heuer schon gezeigt, dass er extrem gut im Saft steht und auch Niki ist für Spitzenplätze immer gut. Unser heißestes Eisen dort ist aber sicher Thomas „Fuxxi“ Günther, der die ACC bereits zweimal gewinnen konnte und mit dem neuen Bike letztes Jahr den Finallauf in Türnitz für sich entschied. Von Erich erwarte ich mir vor allem auch Erfolge in den technisch anspruchsvolleren Rennen wie Enduro Trophy, Erzberg und beim Endurocross.

Frage: Und Deine Erwartungen international? Husaberg hat sich ja auch für die WM verstärkt?

Wabe: Ja, zu den bestehenden Fahrern Joakim Ljunggren, Valtteri Salonen und Björne Carlsson sind mit Oriol Mena (Spanien) und Calle Sjöö (Schweden) zwei vielversprechende Nachwuchspiloten dazu gekommen, die in der Junioren WM antreten. Oriol hat bereits die spanische XC Meisterschaft sowie die ersten beiden WM Läufe mit 4 Tagessiegen souverän gewonnen und gilt in Spanien bereits als Nachfolger von Ivan Cervantes. Er ist damit der Topfavorit auf den Junioren WM-Titel. Joakim selbst zeigt in der WM auch aufsteigende Form und konnte beim WM Lauf in Spanien in seiner Klasse Platz 2 belegen. Zusätzlich betreut das Factory Team in der WM Tom Sagar (GB) und Mike Hartmann (DE). Tom belegte bei seinem Debut auf der Husaberg Platz 2 beim Tough One in Wales, Platz 5 beim Hells Gate und hat den ersten Lauf der britischen XC Meisterschaft gewonnen. Mike Hartmann wiederum hat vergangenes Wochenende seine Klasse in der deutschen Enduro Meisterschaft gewonnen. Es läuft also ziemlich gut.

Die "schwere" 570er: revolutionär leichter und agiler als die Zahl annehmen lässt.

Frage: Auch der Österreicher Dieter Happ startete mit Husaberg beim Hells Gate und ist im Sommer auch bei der Red Bull Romaniacs vertreten. Angeblich taugt ihm die 570er sehr. Nimmt er bei diesen unmenschlichen Rennen tatsächlich den 570er-Mörderhammer?

Wabe: Ja, Dieter hat sich sofort in die 570er verliebt, wie viele andere Top-Enduristen auch. Viele Fahrer haben sicher Respekt vor dem großen Hubraum, aber bei der Husaberg muss man umdenken. Das neue Motorkonzept bietet zusammen mit der Einspritzung ein unglaublich leichtes Handling und eine extrem gute Dosierbarkeit. Der Vorteil der 570er gegenüber der 450er liegt in den zusätzlichen Leistungsreserven. Dieses Motorrad wird sicher noch stark unterschätzt, aber das mache ich mir zu Nutze und werde 2009 auch auf einer FE 570 antreten.

Frage: Willst du uns die nächsten Entwicklungsschritte von Husaberg verraten? Woran wird getestet und experimentiert? Was wird wie zusammengeschweißt?

Wabe: Das neue Konzept wird in den nächsten Jahren sicher nicht grundlegend verändert werden, da es einzigartig ist und seine Vorteile bereits unter Beweis gestellt hat. Auf dieser Basis werden sicher zusätzliche Modelle entstehen, aber mehr will ich jetzt noch nicht verraten, Vorfreunde ist ja auch etwas Schönes. Es ist aber auch klar, dass die kreativen Köpfe in Schweden, die das neue Motorlayout erfunden haben, bereits weitere revolutionäre Ideen in verschiedenen Entwicklungsstadien mit sich herumtragen und ich bin schon gespannt, was sie uns als nächstes präsentieren werden. (interview: der Wetz)

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